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Kündigung Arbeitsvertrag

Arbeitsvertrag kündigen

Wie kann ich meinen Arbeitsvertrag kündigen?

Im Vorfeld eines Jobwechsels stellt sich diese Frage nahezu jedem Arbeitnehmer mindestens einmal in seinem Leben. Nicht selten schrecken Arbeitnehmer ob ihrer Unwissenheit sogar vor einer Veränderung zurück und arrangieren sich mit dem ungeliebten Job.

Arbeitsrecht schützt Arbeitnehmer

Das BGB regelt im Arbeitsrecht alle Fragen zum Arbeitsvertrag und dem Vorgang der Kündigung dessen. Dabei stellt es klar den Schutz des Arbeitnehmers in den Vordergrund. Er hat laut Gesetz egal wie lang seine Arbeitszeit im Unternehmen war, immer eine Frist von vier Wochen einzuhalten.

Der Arbeitgeber hat sich hingegen bei einer Kündigung nach der Betriebszeit des Arbeitnehmers zu richten. War ein Arbeitnehmer zwei Jahre im Betrieb, so reichen nach Gesetz vier Wochen Kündigungsfrist aus, wird jedoch der Arbeitsvertrag eines langbeschäftigten Mitarbeiters, der mehr als zwanzig Jahre im Betrieb war, gekündigt, sind sieben Monate Frist einzuhalten.

Selbstverständlich können Fristen den Arbeitsvertrag zu kündigen auch anderweitig im Vertrag geregelt werden. Hier haben Regelungen jedoch nur Wirkung, wenn sie nicht zu Lasten des Arbeitnehmers fallen. Nicht ohne Grund enden viele Fälle vor dem Richter. Grundsätzlich gilt bei BGB konformen Vereinbarungen im Arbeitsvertrag jedoch, dass diese über den allgemeinen Regelungen stehen und Gültigkeit besitzen. Somit sollte der Arbeitnehmer bei Unterzeichnung des Arbeitsvertrages diesen genau lesen, sodass es im Fall der Fälle nicht zu bösen Überraschungen kommt.

Wann darf ich kündigen?

Im Allgemeinen haben Arbeitnehmer und Arbeitgeber zu jeder Zeit das Recht den Arbeitsvertrag zu kündigen. In beiden Fällen hat die Kündigung schriftlich in Form eines Kündigungsschreibens zu erfolgen und muss handschriftlich unterzeichnet werden. Je nach Fall wird zwischen der außerordentlichen und ordentlichen Kündigung unterschieden.

Geht der Beendigung des Arbeitsverhältnisses ein besonderer Grund voraus, der weiteres arbeiten unmöglich macht, so können beide Seiten nach §626 BGB mit sofortiger Wirkung den Arbeitsvertrag kündigen. Diese Art wird oft als „fristlose Kündigung“ bezeichnet, da durch besonders schwerwiegende Gründe die Kündigungsfristen des Arbeitnehmers oder Arbeitgebers außer Kraft gesetzt wird. Gründe die in diesen Fall erlauben den Arbeitsvertrag zu kündigen sind für Arbeitgeber beispielsweise Beleidigungen oder ausländerfeindliche Äußerungen des Arbeitnehmers sowie strafbare Handlungen während der Arbeitszeit.

Arbeitnehmer haben beispielsweise bei sexueller Belästigung am Arbeitsplatz Grund zur außerordentlichen Kündigung. Zahlungsrückstand des Arbeitgebers ist erst nach mehrmaliger Mahnung seitens des Arbeitnehmers Grund dafür den Arbeitsvertrag außerordentlich zu kündigen. Soll ein Arbeitsvertrag fristlos beendet werden, müssen die Gründe die hierfür ausschlaggebend sind im Kündigungsschreiben vermerkt sein. Bei der ordentlichen Kündigung ist eine Bekanntgabe der Beweggründe nicht zwingend erforderlich.