Home / Ratgeber / „Ich bleib’ heute daheim“

„Ich bleib’ heute daheim“

Immer mehr Beschäftigte wünschen sich, von zu Hause aus zu arbeiten. Verständlich, denn die Arbeitszeit lässt sich flexibler einteilen und damit Privates und Berufliches besser vereinbaren. Vorteilhaft für viele ist außerdem, dass sie in Ruhe und konzentrierter arbeiten können, ohne von Kollegen abgelenkt zu werden. Doch genau so wie die Kollegen im Büro haben Home-Office-Beschäftigte Rechte und Pflichten.

Vertrag für Tätigkeiten im Home Office

Arbeitnehmer haben kein Recht darauf, im Home-Office zu arbeiten. Ihr Arbeitgeber muss damit einverstanden sein, kann diese Zustimmung aber jederzeit widerrufen. Er muss auch nicht allen Arbeitnehmern erlauben, von zu Hause aus zu arbeiten, nur weil es Einzelne dürfen. Seit 2017 müssen die Details zur sogenannten Telearbeit vertraglich fixiert werden. Vereinbart wird, welche Arbeitszeiten gelten und an wie vielen Tagen pro Woche die Arbeit von zu Hause aus gemacht werden darf. Außerdem können Kernarbeitszeiten, die für den Betrieb gelten, auf das Home Office übertragen werden. Dazu kommt, ob der Arbeitnehmer zu bestimmen Zeiten erreichbar sein muss oder ob er nur bestimmte Arbeiten erledigen muss und es egal ist, zu welcher Tageszeit er das tut. Zuhause Arbeitende müssen sich an die gleichen Pausenregeln halten wie Beschäftigte im Büro: Sechs Stunden darf ohne Pause gearbeitet werden, danach muss eine Pause von mindestens dreißig Minuten eingehalten werden.

Arbeitsmaterialien von der Steuer absetzen

Der Arbeitgeber stellt meistens einen Firmen-PC zur Verfügung, was aus Datenschutzgründen Sinn macht. Sie müssen außerdem Daten von Kunden oder Mitarbeitern vertraulich behandeln, also sicher stellen, dass niemand außer Ihnen darauf Zugriff hat.
Wird ein neuer PC und Ähnliches für die Arbeit zu Hause angeschafft, können die Kosten nach Vereinbarung vom Arbeitgeber ersetzt werden. Oder sie werden als Werbungskosten von der Steuer abgezogen. Darunter zählt auch das Mobiliar, das für die Einrichtung des Büros wichtig ist. Der Arbeitgeber ist verpflichtet, sicher zu stellen, dass der Arbeitsplatz die Gesundheit seiner Mitarbeiter nicht gefährdet. Dazu gehört eben auch ein vernünftiger Bürostuhl. Der Arbeitgeber muss also überprüfen, dass der Arbeitsplatz zu Hause sicher ist, ansonsten handelt er ordnungswidrig. Auch von der Steuer absetzbar sind Kosten für Strom und Heizung sowie Renovierung eines Arbeitszimmers.

Unfallschutz gilt teilweise zu Hause

Arbeitnehmer unterliegen auch bei der Arbeit im Home-Office der gesetzlichen Unfallversicherung. Allerdings nur teilweise: Wegeunfälle im Home Office sind anders versichert. Im Büro sind Sie versichert, wenn Sie sich einen Kaffee holen oder zur Toilette gehen, zu Hause nicht. Bei Wegen für dienstliche Tätigkeiten, wenn Sie in die Firma oder zu Kunden fahren, sind Sie jedoch versichert. A propos: Dürfen Sie Kunden zu sich nach Hause einladen? Eigentlich haben Sie die Wohnung ja bloß für private Zwecke gemietet. Ja, Sie dürfen, solange der Betrieb nicht überhand nimmt und Sie niemanden damit stören.