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Ihre Rechte bei Mobbing am Arbeitsplatz

Um die 11 Prozent der Beschäftigten in Deutschland waren in ihrem Leben schon Mobbing am Arbeitsplatz ausgesetzt. Eine extrem unangenehme und fiese Situation. Wie Sie sich vor Mobbing am Arbeitsplatz schützen können und was zu tun ist, wenn es wirklich so weit kommt, erfahren Sie hier.

Wieso mobben Menschen?

Die Gründe für Mobbing sind vielfältig und haben nicht immer direkt etwas mit dem Opfer zu tun. Es gibt bestimmte Verhaltensweisen wie unsicheres Auftreten oder totale Selbstüberschätzung, die dazu führen, dass bestimmte Personen öfter gemobbt werden. Oft liegen die Gründe für Mobbing aber in ganz anderen Bereichen: Ist ein Unternehmen beispielsweise falsch strukturiert und die Mitarbeiter überfordert, entlädt sich die Frustration im Mobbing von einzelnen Personen. Auch möglich ist, dass das Opfer einen besseren Draht zum Chef hat und dies den anderen nicht passt. Fühlen Sie sich gemobbt, sollten Sie als Erstes analysieren, worin die Gründe dafür liegen. Sind Sie nicht sicher, ob Sie überhaupt gemobbt werden? Ein Test kann Ihnen bei der Beurteilung helfen.

Was können Sie bei Mobbing tun?

Ganz wichtig: Bleiben Sie nicht defensiv. Obwohl das Selbstwertgefühl unter Mobbing leidet und Sie sich eventuell nicht so stark fühlen, wie Sie gerne möchten – lassen Sie sich nicht unterkriegen und sprechen Sie die Situation direkt und deutlich an. Am besten im Einzelgespräch mit derjenigen Person, von der das Mobbing ausgeht. Wenn Sie den Anführer der Mobbinggruppe auf das Problem ansprechen und er merkt, dass er Sie nicht so einfach in die Knie zwingen kann, wird er in den meisten Fällen aufhören Sie zu Mobben – und damit die anderen auch.

Was sind Ihre Rechte bei Mobbing am Arbeitsplatz?

Mobbing ist Schikane pur und hat seelische oder psychosomatische Folgen für das Opfer. Leider gibt es in Deutschland noch kein spezielles Mobbingschutzgesetz. Ihr Arbeitgeber ist dennoch verpflichtet, Sie vor psychischer Belastung zu bewahren. Er muss Ihr Persönlichkeitsrecht und Ihre Gesundheit schützen. Sobald er von Mobbing in seinem Betrieb erfährt, muss er seiner Fürsorgepflicht nachkommen. Wirksame Aktionen gegen Mobbing sind Mitarbeitergespräche, Abmahnungen, Versetzungen oder Kündigungen. Diese kann auch fristlos erfolgen, wenn bei dem Opfer gesundheitliche Schäden eingetreten sind. Bleibt Ihr Arbeitgeber untätig, selbst wenn er von dem Mobbing weiß, können Sie Schadenersatz verlangen, beispielsweise für Therapie- oder Anwaltskosten.

Aber was, wenn der Chef selbst mobbt?

„Bossing“ ist die Bezeichnung dafür, wenn ein Chef Mitarbeiter mobbt. Doch auch dagegen können Sie sich wehren. Auch hier gilt: Analysieren Sie die Situation und befragen Sie Außenstehende, um eine zweite Meinung einzuholen. Es empfiehlt sich, Zeugenaussagen zu sammeln. Schließen Sie außerdem eine Rechtsschutzversicherung ab, falls Sie und Ihr Arbeitgeber vor Gericht landen. Versuchen Sie zunächst, mit Ihrem Chef persönlich zu sprechen. Falls das nicht hilft, ist eine gute Anlaufstelle der Personalrat oder der Vorgesetzte Ihres Chefs.