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Lohnfortzahlungsbetrug

Mit dem Teleobjektiv dem Betrüger auf der Spur

Wenn Angestellte zu Straftätern werden

Lohnfortzahlungsbetrug ist längst kein Kavaliersdelikt mehr. Weil dadurch auch in der Region Straubing immer häufiger Firmen massiv geschädigt werden, setzen die sich jetzt mit professionellen privaten Ermittlern zur Wehr. Die kommen von einer auf Wirtschaftskriminalität spezialisierten Detektei in Frankfurt am Main.

Eigentlich ist es ein lohnendes Geschäftsmodell, das sich Alfred L. (Name geändert) aufgebaut hat: Als Handwerksmeister ist er in einem großen Unternehmen in Eschborn bei Frankfurt am Main angestellt und bekommt einen anständigen Lohn. Nebenbei verdient er sich noch etwas dazu, nimmt Aufträge an, die sich für das große Unternehmen, für das er arbeitet, nicht rentieren würden. Sein Chef hat damit kein Problem. Eigentlich. Allerdings ist Alfred L. in letzter Zeit häufiger krank und an diesen Tagen seltsamerweise nur übers Mobiltelefon oder WhatsApp zu erreichen. Der Verdacht: Der im Taunusstädtchen Kronberg wohnhafte arbeitet immer häufiger als „Selbstständiger“ während der offiziellen Arbeitszeit auf eigene Rechnung und nutzt dafür sogar das Dienstfahrzeug des Eschborner Unternehmens nebst Werkzeugkiste. „Lohnfortzahlungsbetrug“ heißt das im Juristendeutsch und kommt auch in der Region immer öfter vor. Arbeitgeber wehren sich jetzt dagegen mit ungewöhnlichen Mitteln. Eine zentrale Rolle spielt dabei eine namhafte Frankfurter Detektei.

Auf langjährige Mitarbeiter professionelle Detektive anzusetzen, davor scheuten Arbeitgeber in der Vergangenheit zurück. Doch je größer der wirtschaftliche Schaden ist, umso geringer ist die Scheu, Profis in Sachen Wirtschaftskriminalität wie die der Detektei Frankfurt einzuschalten. Nicht nur juristisch ist der Arbeitgeber dabei auf der sicheren Seite, sondern auch finanziell, wenn sich der Verdacht bestätigen sollte.

„Das Bundesarbeitsgericht in Erfurt hat in verschiedenen Urteilen bereits festgestellt, dass der überführte Arbeitnehmer die Kosten für den Einsatz einer Detektei an den Arbeitgeber ersetzen muss, wenn der Detektiv ein schwerwiegendes Fehlverhalten des Arbeitnehmers nachweisen konnte“, so die Detektei Lentz, die sich in diesem Bereich spezialisiert hat.

Beachten muss der Auftraggeber der Profi-Schnüffler allerdings einige Punkte, damit er im Schadensfall den Einsatz der Detektive erstattet bekommt:

  • So muss es einen konkreten Verdacht geben, zum Beispiel dass ein Mitarbeiter die Krankheit nur vortäuscht und zudem aus seinem Zuständigkeitsbereich auf unerklärliche Art und Weise Material verschwindet.
  • Die Beauftragung einer Detektei, sprich die Überwachung, muss notwendig sein, um den Betreffenden zu überführen.
  • Es darf zu diesem Zeitpunkt keine anderen stichhaltigen Beweise geben, die eine Überwachung überflüssig machen würden.
  • Die Detektei darf zur Observation nur rechtskonforme Mittel und Methoden eingesetzt haben – wie dies bei TÜV zertifizierten Detekteien üblich ist.

ObservierenNatürlich muss dem Arbeitnehmer durch die Überwachung eine Schuld nachgewiesen werden können. Einfacher Grundsatz: Wer sich nichts vorzuwerfen hat, muss auch nicht für seine Überwachung bezahlen, auch wenn es einen begründeten Verdacht gegeben haben mag.

Im Fall von Alfred L. hatten die Frankfurter Detektive übrigens schnell Erfolg. An dem Tag, als er angeblich wegen eines grippalen Infekts im Bett lag, erwischten Sie ihn auf einer Baustelle in Bad Homburg. Alfred L. merkte nichts davon, als er von einem der Frankfurter Detektive mithilfe eines Teleobjektives „bei der Arbeit“ erwischt wurde. Bitter für ihn: Er musste nicht nur die fristlose Kündigung akzeptieren und hat jetzt noch ein Strafverfahren am Hals, er muss auch noch die Kosten für die Überwachung erstatten. „Lohnfortzahlungsbetrug ist kein Kavaliersdelikt“, warnt ein Sprecher der Lentz Detektei Frankfurt. Und der Einsatz von professionellen Ermittlern ist längst üblich.

Aktuell laufen bei der Detektei Lentz in Frankfurt in drei Fällen von Lohnfortzahlungsbetrug Observationen. In zwei Fällen sind die privaten Ermittler wegen Verdachts von Arbeitszeitbetrug eines Außendienstmitarbeiters sogar in Paris tätig und in einem Fall wegen des Nachweises von Anlagebetrug in Thailand.