Home / Ratgeber / Mit den richtigen Tipps die Abfindung schonend versteuern
Abfindung richtig versteuern

Mit den richtigen Tipps die Abfindung schonend versteuern

Der eine oder andere war vermutlich schon einmal damit konfrontiert, von seinem Arbeit- oder Dienstgeber eine Abfindung zu erhalten. Da diese meist eine nicht unerhebliche Summe ausmacht, stellt sich die Frage, wie man hier eine möglichst schonende steuerliche Absetzbarkeit vornimmt. Zudem gibt es einige Regeln zu beachten, die die Auszahlung und den anwendbaren Steuersatz betrifft.

Die Abfindung versteuern kann günstig ausfallen

Grundsätzlich muss festgehalten werden, dass kein gesetzlicher Anspruch auf Zahlung einer Abfindung besteht, solange eine Kündigung fristgerecht erfolgt. Allerdings gibt es laut deutschen Gesetzgeber einige Ausnahmen von dieser Regelung, die unter anderem die Zahlung bei einem freiwilligen Vergleich vorsieht oder aber bei einer betrieblichen Kündigung, die dringlich notwendig ist. Hier kommt § 1a KSchG zum Einsatz. Auch wenn die Entlassung mit einem Sozialplan einhergeht, besteht ein Anspruch auf Abfindung ebenso wie wenn das Gerichtsurteil nach Klage des Arbeitnehmers dieser Forderung stattgibt. Dies ist meist notwendig, da die Abfindung bei fristloser Kündigung meist infolge eines Kündigungsschutzprozesses erstritten werden muss. Grundsätzlich ist der ausgezahlte Betrag voll steuerpflichtig. Wenn die Versteuerung jedoch im Sinne der §§ 24 und 34 EStG erfolgt, kann durch Anwendung der sogenannten Fünftelregelung eine Minimierung der Versteuerung erreicht werden. Dies setzt allerdings voraus, dass die Abfindung innerhalb eines kompletten Kalenderjahres ausbezahlt wird und den Betrag des normalen Gehaltes deutlich übersteigt.

Die Fünftelregelung ist eine beliebte Anwendungsform bei der Steuererklärung

Bereits seit 2008 sind alle Abfertigungen komplett steuerpflichtig. Eine der beliebtesten ist die sogenannte Fünftelregelung. Hier erfolgt die Berechnung so, dass 20 Prozent, also ein Fünftel, der Abfindung zum Jahreseinkommen dazu gerechnet wird. Im Zuge einer fiktiven Steuerberechnung ergibt das einen Steuersatz, der mit der Steuer ohne Abfindung verglichen wird. Damit ergibt sich auf den ersten Blick eine Mehrbelastung, die mittels gemilderter Progression zu versteuern ist. Werden die Einkünfte eines Arbeitnehmers zum Beispiel mit 10 bis 12 Prozent normal versteuert und erhält er eine hohe Abfertigung, kann es sein, dass der Gesamtsteuersatz auf 22 Prozent steigt. Da dies ungerecht ist, erfolgt eine leichte Progression beim Steuersatz, womit im Endeffekt eine Versteuerungssatz von lediglich 16 Prozent am Ende steht.

Detailinformationen zur Abfindung sind entscheidend

Die Frage nach den Abfindungsansprüchen wird durch § 1 a des Kündigungsschutzgesetzes geregelt. Diese definiert, wenn auch etwas schwammig, den grundsätzlichen finanziellen Anspruch, der bei 0,5 Monatsverdiensten für jedes Jahr liegt, das der Arbeitnehmer im Unternehmen gearbeitet hat. Wird die Abfindung jedoch erstritten, kann die Höhe ganz anders ausfallen und bis zu einem Betrag von 12 Monatsgehältern gehen. Was die Frage der Sozialversicherung betrifft, so gilt die Regel, dass Abfindungen komplett beitragsfrei sind, sofern sie als Entschädigung für das Ausbleiben der künftigen Verdienstmöglichkeiten gezahlt werden.