Nachfolgeregelung

Nachfolgeregelungen wenn es keine direkten Erben gibtFrüher war es ganz einfach: War der Vater Handwerker, dann wurde es auch der Sohn. Insbesondere wenn der Vater einen Betrieb leitete war es selbstverständlich, dass dieser später einmal von den eigenen Kindern weitergeführt wird. Vor allem den ältesten kam diese Aufgabe in den meisten Fällen zu. Heutzutage ist die Unternehmensnachfolge nicht immer ganz so leicht.
Zum einen, weil der Beruf des Vater schon lange nicht mehr ausschlaggebend für die Berufswahl des Sprösslings ist. Während früher der Beruf mehr oder minder als notwendiges Übel erlernt wurde, ist er heute auch Ausdruck der Persönlichkeit und ein Stück weit Selbstverwirklichung. Leitet der Vater einen Handwerksbetrieb, so ist es dem Sohn oder der Tochter heutzutage auch möglich ein Lehramtsstudium zu beginnen und diesem Beruf nachzugehen.
Zum anderen bleiben jedoch auch immer mehr Ehen kinderlos, weswegen kein geeigneter Nachfolger in den Startlöchern steht. Ist dies der Fall, ist die Unternehmensnachfolge nicht mehr so glasklar wie sonst. Um einen geeigneten Nachfolger zu finden werden in solchen Fällen oft Unternehmensberater die sich mit der Nachfolgeregelung auskennen eingesetzt.
Eine Unternehmensnachfolge kann dann als solche bezeichnet werden, wenn das Unternehmen entweder durch den Eigentümer oder durch die Familie mit mind. 50 Prozent geführt wird. Bei der Übertragung innerhalb der Nachfolgeregelung geht es um die Übertragung von Eigentum aber auch Leitung des Unternehmens. Verschieben sich lediglich die Eigentumsverhältnisse, liegt keine Nachfolge vor.

Was muss berücksichtigt werden

Oftmals werden bei der Suche nach einem Nachfolger nur die Eckdaten berücksichtigt. Das Unternehmen wird als Sache verstanden, die funktionieren muss wie ein Uhrwerk. Hierfür wird der faktisch beste Nachfolger gesucht und eingesetzt. Am Ende wird das Unternehmen mit der Wahl jedoch nicht glücklich, weil der soziale Aspekt einer Unternehmensnachfolge zu wenig Beachtung geschenkt bekommen hat, denn auch die Mitarbeiter und das soziale Gefüge in einer Unternehmung sind maßgeblich für deren Erfolg verantwortlich. Deswegen muss auch ein Nachfolger gefunden werden, bei dem es auf emotionaler Ebene passt und der in die Philosophie und Kultur des Unternehmens passt. Auch wenn eine Übernahme wirtschaftlich motiviert ist handelt es sich nicht um eine Unternehmensnachfolge.
Auch der Übergabeprozess eines Unternehmens lässt sich nicht von heute auf morgen mit einigen Unterschriften regeln. Nach einer Einigung muss es auch erst zu einer detaillierten Übergabe kommen. Nur so kann der Nachfolger das Unternehmen auch kennenlernen und es danach richtig führen. Unternehmensnachfolge ist somit immer ein langer Prozess, egal ob es sich um ein kleines, mittelständisches oder großes Unternehmen handelt

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