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Arbeitsunfall während Raucherpause

Unfall in der Raucherpause – Pech gehabt

Das Sozialgericht Karlsruhe hatte darüber zu befinden, ob ein Unfall während der Arbeitszeit als Arbeitsunfall einzustufen ist, wenn er sich während einer Raucherpause ereignet. Eine Monteurin war auf dem Weg nach draußen, um zu rauchen, als sie von einem Gabelstapler erfasst wurde und eine Quetschung des rechten Fußes erlitt. Sie machte einen Arbeitsunfall geltend, die Berufsgenossenschaft widersprach dem jedoch. Die Arbeitnehmerin klagte darauf hin.

Der Unterschied zum Gang zur Toilette

Nach dem die BG eine Leistung verweigerte, in der Sofortunfallmeldung war die Raucherpause vermerkt, gab die Klägerin vor Gericht an, sie sei auf dem Weg zur Toilette gewesen. Unabhängig davon fand der Gang nach draußen 15 Minuten vor Beginn der regulären Mittagspause statt. Die Richter führten aus, dass der Weg zur Toilette sehr wohl als Arbeitsweg unter den Schutz der Berufsgenossenschaft fällt. Zum einen handle es sich bei diesem menschlichen Bedürfnis um „eine nicht aufschiebbare Handlung“, deren Ausführung im Sinne des Arbeitgebers liege, da danach die Arbeit wieder konzentriert fortgeführt werden könne. Zum anderen seien Arbeitnehmer gezwungen, da sie sich am Arbeitsplatz aufhielten, dort auch die Toiletten zu nutzen.

Anders verhielte es sich bei einer Raucherpause. Rauchen stellt keine unaufschiebbare Handlung dar, welche notwendig sei, um den Arbeitsfluss sicherzustellen. Somit steht das Rauchen auch nicht in unmittelbarem Zusammenhang mit der Ausübung einer beruflichen Tätigkeit. Die Richter widersprachen der Klägerin und führten aus, dass weder die Raucherpause noch der Weg zum Rauchen und zurück zum Schreibtisch unter den Schutz der Berufsgenossenschaft fallen. Darüber hinaus sei aufgrund des eingeschlagenen Weges der Klägerin davon auszugehen, dass die Klägerin nicht auf dem Weg zur Toilette war. Dafür sprach auch der Umstand, dass sie wegen eines Produktionsstillstandes die Zigaretten mit auf den Weg genommen habe.

Weg zur Bank ebenfalls private Angelegenheit

Immer wieder kommt es bei Wegeunfällen zu Diskussionen mit der Berufsgenossenschaft. Wer einen Umweg geht, um sein Kind in den Kindergarten zu bringen oder abzuholen, ist auf diesem Umweg versichert. Wer jedoch einen Umweg einschlägt, um zu seiner Bank zu gehen, hat auf diesem Umweg keinen Versicherungsschutz mehr. Dieses Thema dürfte aber immer mehr an Relevanz verlieren, da immer mehr Arbeitnehmer lieber auf ein Direktbankkonto zugreifen. Dies ist nicht verwunderlich, sind diese Konten deutlich günstiger als die Konten der Filialinstitute, in der Regel sogar gebührenfrei. Letzter Fall gilt jedoch leider nicht für ein Girokonto ohne Schufa. Wer auf der Suche nach einem solchen Konto ist, findet die notwendigen Informationen beispielsweise auf dem Portal https://www.girokonto-ohne-schufa.de.