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Arbeitsrecht

Wann soll ich einen Rechtsanwalt für Arbeitsrecht konsultieren?

Jeder Bürger sollte über eine Rechtsschutzversicherung verfügen, damit Streitigkeiten im Zivilrecht durchgesetzt werden können. Ohne Rechtsschutz im Hintergrund kann ein Prozess sehr teuer werden, wenn dieser verloren wird. In einigen Fällen, in denen sich der Arbeitnehmer im Unrecht sieht, lohnt es einen Anwalt für Arbeitsrecht zu konsultieren.

Im Falle einer Abmahnung

Bekommt ein Arbeitnehmer eine Abmahnung, so ist diese als Warnung zu verstehen und bei weiteren Fehlverhalten kann eine Kündigung folgen. Zuerst wird eine schriftliche Gegendarstellung beim Chef eingereicht, damit die Angelegenheit nochmals überprüft wird. Sollte dieser Schritt nicht zur Rücknahme der Abmahnung führen, so kann eine Klage beim Gericht eingereicht werden, welche auch ein Rechtsanwalt übernimmt. Zuvor sollte die Versicherung gefragt werden, ob diese die Kosten übernimmt. Bei einer ungerechtfertigt ausgesprochenen Abmahnung hat der Kläger eine gute Chance, den Prozess zu gewinnen.

Im Falle einer Kündigung

Oft müssen sich die Arbeitsgerichte mit Kündigungen beschäftigen. In einigen Fällen war die Maßnahme einer Kündigung vom Arbeitgeber überzogen oder es wurde noch keine Abmahnung im Vorhinein ausgesprochen. In diesen Fällen hat ein Arbeitnehmer gute Karten, dass er den Prozess gegen seinen Arbeitgeber gewinnt. Einige Werktätige haben Gegenstände aus der Firma gestohlen und hoffen jetzt über eine Klage auf eine Wiedereinstellung. Bei derartigen Vorkommnissen ist das Vertrauensverhältnis zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber allerdings erheblich gestört und belastet. In einem solchen Fall – wenn es um Diebstahl von Firmeneigentum geht – bekommen in den meisten Fällen die Firma und der Arbeitgeber Recht zu gesprochen. Das Gleiche gilt auch, wenn ein Arbeitnehmer krank geschrieben ist und dabei erwischt wird, wie er z.B. beim Hausbau eines Freundes eifrig mitarbeitet oder abends mit freunden munter durch die Discos zieht. Bei derartigen Verfehlungen können häufig auch keine Rechtsanwälte mit einer guten Argumentation helfen.

Im Falle von Überstunden

Ein großes Problem gibt es bei einigen Unternehmen mit der Bezahlung, bzw. Auszahlung derÜberstunden sind schlecht für die Gesundheit Überstunden. So werden beispielsweise Reinigungsarbeiten oder das Abrechnen des Kassenbestandes bei einigen Supermärkten nicht vergütet. Bezahlt wird nur die Zeit, in der das Geschäft geöffnet hat und alle anfallenden Arbeiten vor oder nach der Geschäftszeit werden einfach nicht ausgezahlt, bzw. berechnet. Im Laufe der Zeit sammeln sich bei den Arbeitnehmern eine große Anzahl an Überstunden an, welche nicht vergütet werden vom Arbeitgeber. Bei einem Prozess haben die Verkäufer/innen eine gute Chance zu dem ihnen zustehenden Geld zu kommen. Das Bundesarbeitsgericht hat festgestellt, dass unbezahlte Überstunden bei einem festen Grundgehalt nicht mehr zulässig sind. Viele werktätige könne sich über diese Urteil freuen und mit ihrem Rechtsanwalt siegessicher in die Zukunft sehen.