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Widerruf von Lebensversicherungen und Rentenversicherungen

Nach großen Enttäuschungen bei den Erträgen können Versicherte jetzt hohe Erstattungen fordern

Des Deutschen liebstes Kind in Sachen Geldanlage und Altersversorgung, die Lebens-und Rentenversicherungen, sind in den letzten Jahren stark in die Kritik geraten, und das zu Recht:

Nicht nur die Garantiezinsen wurden immer weiter gesenkt, auch die Überschussbeteiligungen geben bei weitem nicht her was prognostiziert war. Zusätzlich wurden von vielen Versicherern neben hohen Provisionen für den Vertrieb auch hohe Verwaltungsgebühren produziert. In vielen Verträgen führte das für die Versicherungsnehmer dazu, dass nicht nur die Erträge stark zurückgingen, sondern oftmals auch nicht einmal mehr das eingezahlte Kapital zur Verfügung steht.

Oft werden nur geringe Rückkaufswerte ausbezahlt

Die Folge: Verträge wurden gekündigt und zu einem sehr schlechten, sogenannten Rückkaufswert erhielten die Versicherungsnehmer eine Auszahlung, die nicht selten weit unter der Summe der eingezahlten Beiträge lag.

Für all diese Versicherungsnehmer gibt es nun durch Gerichtsurteile sowohl des Deutschen Bundesgerichtshofes wie auch des Europäischen Gerichtshofes eine historische Möglichkeit:

In welchen Fällen ist der Widerruf der Versicherung möglich?

Rechtslage checkenAllen Vertragsabschlüssen die zwischen dem 01. Januar 1991 und dem 31. Dezember 2007 getätigt wurden gibt das Gesetz nun die Möglichkeit zum Widerruf zugunsten der Versicherungsnehmer, sofern bei Vertragsabschluss nicht ausreichend über die Widerrufsfrist aufgeklärt wurde. Und das ist bei weit über 100 Millionen Verträgen, die in diesem Zeitraum fallen, bei einem großen Teil der Abschlüsse nicht geschehen. Versicherte haben nun die Möglichkeit dies anwaltlich prüfen zu lassen und können dann gegebenenfalls ihre Verträge von Beginn an mit weitreichenden, positiven Folgen widerrufen.

Der Versicherer muss nämlich in diesem Fall nicht nur sämtliche Einzahlungen ohne Abzug erstatten, er muss darüber hinaus sogar eine Entschädigung dafür zahlen, dass er die Gelder seines Versicherungsnehmers unberechtigt nutzen konnte. In vielen Fällen ergibt sich aus dieser Erstattungsverpflichtung nun sogar ein höherer Ertrag, als dies der Fall gewesen wäre, wenn der abgeschlossene Versicherungsvertrag wie prognostiziert verlaufen wäre.

Das Wichtigste zusammengefasst:

  • Alle Verträge, die zwischen 1991 und 2007 abgeschlossen wurden kommen in Frage
  • Wurde unzureichend aufgeklärt ist der Widerruf rechtlich zulässig und i.d.R. sinnvoll
  • Das Versicherungsunternehmen muß ggf. alle Beiträge + Zinsen erstatten
  • Die Sachverhalte sind komplex und müssen vom spezialisierten Juristen geprüft werden
  • Es gibt Online-Rechtsdienstleister, die das kostenfrei und innerhalb von Tagen anbieten

Und das können Sie als Versicherungsnehmer tun:

Für alle Versicherungsnehmer ergibt sich hieraus also eine juristisch gesicherte und gleichzeitig sehr lukrative Möglichkeit, ihr Geld ohne Abzug von Kosten, vollständig und inklusive einer anständigen Verzinsung zurück zu bekommen. Allerdings sollten Betroffene nicht zu lange warten, da früher oder später mit einem Stichtag für den Widerruf gerechnet werden muss. Das ist aus Sicht der Versicherungslobby natürlich auch sehr verständlich, da man mit einem Schaden von bis zu 500 Milliarden € rechnen muss.

Wichtig zu erwähnen ist in diesem Zusammenhang, dass die Möglichkeit zum Widerruf nicht etwa nur für alle laufenden, beitragsfrei gestellten oder gekündigten Verträge gilt, sondern der Widerruf ist sogar für bereits abgewickelte und schon ausgezahlte Verträge möglich.

Es liegen bereits erfreuliche Erfahrungen für solche Fälle vor, die schon vor Jahren abgewickelt und ausgezahlt wurden und zumindest aus Sicht der Versicherungen erledigt sind. Dem ist aber nach der geltenden Rechtsprechung eben nicht so, im Gegenteil können die Versicherungsnehmer selbst dann ihr Geld noch zurückfordern, wenn ihnen gar keine Unterlagen zu ihren früheren Verträgen mehr vorliegen, weil auch dann die Versicherungsgesellschaften auskunftspflichtig sind.

Hohe Nachzahlungen sind daher auch in diesen Fällen regelmäßig möglich.

Wie setzen Sie den Widerruf Ihrer Versicherung praktisch um?

Einziger Wermutstropfen: in dem betreffenden Zeitraum von 1991-2007 hat sich die Gesetzeslage und damit die Vorgaben für einen wirksamen Widerruf einige Male geändert und wurde außerdem von den weit über 100 verschiedenen Versicherungsgesellschaften sehr unterschiedlich gehandhabt. Daraus resultiert das jeder Fall einer oft komplexen Überprüfung durch spezialisierte Juristen bedarf, um die Erfolgsaussichten richtig einzuschätzen. Dies hat bisher leider viele Versicherte abgehalten.

Widerruf einreichenInzwischen gibt es einige Dienstleister, wie focusRecht (https://focus-recht.de), die die kostenfreie Prüfung sowie die gesamte weitere Abwicklung solcher Widerrufsverfahren sogar online und damit sehr zeitsparend und kostengünstig anbieten. Im Hintergrund arbeiten bundesweit versierte Rechtsanwälte, die in diesem Bereich umfassende Expertise vorweisen können. Aufgrund der Spezialisierung wird dort gegebenenfalls auch mit Gutachten gearbeitet, so das selbst eventuell gezahlte Kapitalertragsteuer und Solidaritätszuschlag erstattungsfähig sind. Neben dem online-Angebot steht selbstverständlich auch ein telefonischer Kundenservice zur Verfügung.

Je nach Fall und Versicherungsunternehmen dauert ein solcher Widerruf bis hin zur Auszahlung zwischen drei Wochen und mehreren Monaten, aber selbst wenn es einmal länger dauern sollte, lohnt es sich dennoch unbedingt jeden einzelnen Fall individuell prüfen zu lassen.